Lange lange Zeit wurde es herbeigesehnt, doch dann war es endlich so weit: am 3. Februar 2012 erschien letztendlich Soul Calibur 5 und lies das Herz der SC-Fans höher schlagen.
Doch würden die angekündigten Veränderungen am Gameplay wirklich so gravierend sein? Würden die neuen Charaktere gut hineinpassen ? Wie weit wurde der Charakter-Editor wirklich ausgebaut und lohnt es sich, dieses Spiel zu haben ?
All diese und weitere Fragen möchte ich nun in meinem folgenden Artikel klären. Und vorab: ich schreibe diesen Artikel absichtlich gut 2 Monate später, da ich genügend Zeit hatte, das Spiel unter die Lupe zu nehmen.

Seid ihr noch alle da ?
Für die, die es noch nicht wissen sollten: SC 5 spielt 17 Jahre nach dem vierten Teil der Serie und birgt dementsprechend gealterte Veteranen der Serie, aber auch junges Frischfleisch an Kämpfern.
So sieht man Mitsurugi an, dass er ein paar Falten mehr hat, Ivy’s Brüste wurden nochmal etwas aufgepumpt, einige Chraktere wie etwa der gute alte Zasalamel oder der kleine Gummiball Talim wurden komplett gestrichen, und andere Kämpfer wie beispielsweise Taki oder Xianghua wurden durch ihre Schüler bzw. durch ihren Nachwuchs ersetzt.
Das Fehlen von Zasalamel, Talim und Amy trifft mich persönlich sehr hart, da ich gerade diese Charaktere bevorzugte. Ebenfalls fehlen Setsuka, Cassandra, Sophitia, Seong-Mina und ihr Bruder Yun-Seong sowie der muskelbepackte Rock.
Charaktere, die durch ihre Kinder oder ihre Schüler ersetzt wurden – Taki, Xianghua, Kilik – lassen sich aber im Prinzip fast genauso spielen, lediglich ein paar Angriffe wurden verändert.
Doch es gibt auch neue Charaktere, wie etwa den arroganten Patroklos, seine weinerliche Schwester Pyrrha (beide sind Kinder von Sophitia), dann wäre da noch Z.W.E.I., welcher mit seinem Werwolf-Attacken eher was für erfahrene Spieler ist und die mit einer Zauberkugel kämpfende Viola. Und nicht zu vergessen unser Gastcharakter EZIO, der sich recht gut steuern lässt (auch wenn er einem als Gegner echt auf den Sack gehen kann mit seiner nervenden Armbrust).

Was für eine Geschichte…
Wer glaubt, ich habe bei der Beschreibung von Patroklos und Pyrrha übertrieben, der spiele doch mal bitte den Storymodus – A.D. 1607.
Hier spielen wir diese beiden Hauptcharakter der Geschichte – und es ist ehrlich gesagt dämlich. Zwar lassen sich die zwei sehr einsteigerfreundlich Steuern, doch angesichts ihrer nervenden Charakterzüge und der nicht wirklich spannend erzählten Geschichte, kommt kein großer Spielspaß auf.
Der einzige Lichtblick ist, dass es von Patroklos und Pyrrha eine 2te Version gibt, mmit anderem Moveset. Besonders Pyrrha Omega ist gut gelungen, da sich die kleine Heulsuse zu einer vom Bösen besessenen irren mausert, deren Attacken auch wirklich so aussehen, als wolle sie jemanden beseitigen.
Endgegner im Storymodus (ACHTUNG, SPOILER!) ist Elysium – oder besser gesagt: die umbenannte Sophitia. Doch leider wurde aus der starken Sophitia ein Mimik-Charakter gemacht, welcher jede Runde zu einem anderen Kampfstil eines weiblichen Charakters wechselt.
Und wenn wir schon dabei sind, es ist meiner Meinung nach eine Schande, dass der flinke Stabschwinger Kilik ebenfalls zu so einem Charakter verkommen ist, der lediglich in jeder Runde den Soul eines männlichen Kämpfers benutzt. Sein Nachfolger Xiba ist zwar auch nicht zu unterschätzen, doch angesichts seines affenartigen Benehmens und dementsprechend lächerlich aussehenden Attacken (zumindest teilweise lächerlich), wäre es besser gewesen, man hätte Kilik gelassen wie er ist und Xiba dafür weggelassen oder ein anderes Moveset gegeben.

Und verflucht sei die KI !!!
Ganz gleich, ob ihr im Story- oder Arcademodus, beim Schnellkampfspiel oder in den Seelenkämpfen antretet (Einzelspieler), es ist nur eine Frage der Zeit, bis ihr auf einen völlig überpowerten Gegner trefft, der mit euch im Ring ordentlich Schlitten fährt.
Anfangs macht ihr die Gegner meist noch reihenweise platt, doch die Ki der Endgegner in der Story und im Arcade und in den anderen Modi fühlt sich wie folgt an: stellt euch vor, ihr kämpft gegen jemanden, der all eure Aktionen vorhersieht und sie dementsprechend abwehrt oder verhindert; der unabhängig von den Werten des Charakters doppelt so schnell reagiert und sich dementsprechend bewegt und der noch dazu immer dieselben 2-3 Kombos bzw Attacken verwendet, die man nicht dauerhaft abwehren kann.
Wenn man eine Pechsträne hat und auf solch eine KI trifft, was nciht gerade selten vorkommt, lässt der Spaß am Spiel recht schnell nach.
Der absolute Gipfel der miesen Ki war für mich, als ich genau auf so einen gegner wie eben beschrieben traf, der seine Kombos so schnell und gezielt eingesetzt hat, dass ich nicht einmal EINEN Angriff abwehren konnte – und das obwohl ich alles andere als schlecht kämpfe.

Am besten sind solche Gegner durch simple Noob-Taktiken zu besiegen wie etwa permanentes rausschmeißen aus dem Ring oder auf Abstand gehen und jeden Angriff kontern – eine Taktik für die ich mich jedesmal schäme, da ich lieber einen richtigen, fairen Kampf erleben will. Wer einen Vergleich sucht, sollte SC 4 spielen und im Schicksalsturm in den letzten 10-20 Etagen kämpfen, um dieses Gefühl nachzuvollziehen.

Man nehme einen Soul und erstelle einen Kämpfer…
Der allseits beliebte Charakter-Editor ist natürlich auch wieder dabei und bringt typischerweise eine Menge Spielereien mit sich.
Die Ausrüstungsgegenstände ähneln größtenteils SC4 und fallen auch ähnlich mager aus, wodurch ich mich frage: „Warum nicht wieder so viel wie bei SC 3 ?!“
Was Rüstungen betrifft, herrscht leider keine große Vielfalt, sodass man bei den insgesamt 50 Charakteren, die man erstellen kann, nicht für jeden ein völlig anderes Outfit wählen kann – finde ich zumindest.
Eine Sache, wofür sich die Entwickler allerdings echt schämen sollten ist, dass es grobe Grafikfehler gibt, die absolut nicht hätten sein müssen! So guckt beispielsweise eine Rüstung durch den Umhang durch oder Hose und Beinrüstungs überschneiden sich unansehlich. Das haben wir doch schonmal besser gesehn, also bitte mehr Obacht darauf geben beim nächsten Mal.
Abgesehn davon, ist aber auch vieles gut gelungen. Zum Beispiel kann man jetzt die Körpergröße sowie einzelne Körperteile optimal seinen Vorstellungen anpassen und auch die Stimme lässt sich viel individueller gestalten – allerdings klingt die Grundeinstellung der Stimme fast immer am besten.
Dazu kommen alle möglichen Veränderungen in Muster und Farben der kleidung und ihr könnt Sticker aufkleben oder bis zu 3 Sonderteile hinzufügen. Auch einige Waffen lassen sich jetzt farblich verändern.

Gehen wir dochmal online…
Der Onlinemodus wurde ja schon vor dem Release des Spiels hochgelobt und als Kernstück angesehn, doch wie immer kann man hier geteilter Meinung sein.
Ich persönlich konnte trotz guter Internetverbindung fast gar keinen Kampf ruckelfrei führen, und da beinahe alle meine Befehle erst 2 Sekunden später ausgeführt werden als ich sie eingebe, habe ich logischerweise die meisten meiner Onlinekämpfe verloren. Und wenn dann ncoh ein überheblicher Spieler über einen herzieht mit der Bemerkung: „germans, huh ?“ vergeht einem echt die Lust daran, sich online gegen andere zu messen.

ZEIT für Veränderungen…
Vorab möchte ich ersteinmal kundtun, dass es von den Entwicklern eine echte Scheißidee war, dass die Kampfdauer jetzt immer 60 Sekunden beträgt und nicht erhöht oder weggelassen werden kann!

Kommen wir nun mal zum Gameplay.
Der beliebte Schritt zur Seite, wurde zu einem Quick-Move gemacht, mit anderen Worten ein echt schnelles Ausweichen. Überhaupt wurde die gesamte Spielgeschwindigkeit stark angehoben, sodass man selbst als Kenner der Serie erstmal ein weiclhen üben muss, ehe man mit der Schnelligkeit zurecht kommt.
Des Weiteren, gibt es nun keinen K.O.-Schlag mehr, sondern dafür die sogenannte „Kühne Klinge“ und eine „Kritische Klinge“.
Bei der „Kühnen Klinge“ handelt es sich um eine Erweiterung bzw. Verstärkung normaler Attacken, während die „Kritische Klinge“ eine starke Kombi auslöst. Allerdings muss man dazu sagen, dass vor allem die kritischen Angriffe sehr unterschiedlich ausfallen und bei einigen Charakteren etwa eine 4tel Lebensanzeige abziehen, während andere einen halben Balken entreißen. Noch dazu kommt, dass einige dieser attacken sehr uneffektiv sind, da sie entweder eine sehr kurze Reichweite haben oder schlichtweg zu lange dauern bzw. sich sehr leicht abwehren lassen.

Das Kampfsystem begünstigt vor allem die flinken Charaktere, da viele der großen Klopper entschärft wurden, sodass ihre Angriffe an Wucht und Reichweite verloren haben.
Wenn man jedoch gegen einen „Scheiß-KI-Nightmare oder -Siegfried“ trifft, nützt einem auch die schnellste Bewegung nichts.

 

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Mein Fazit: Soul Calibur 5 ist eine gut gelungende Fortsetzung mit kleinen Macken hier und da. Das Spiel kann zwar echt frustrierend sein, aber wenn man im Mehrspielermodus mit Freunden kämpft oder einen guten Lauf hat, bereitet es einem jede Menge Spielspaß.
Wenn jetzt noch die kleinen, dummen Fehler verbessert würden und man den Einzelspielermodus weiter ausbauen würde, wäre ich rundum glücklich. (^.^)